Pressemitteilung vom 18.01.2010:

Aktualisierung Kältetote: Bielefeld, 18.01.2010, 14.30
Zahl der erfrorenen Wohnungslosen erneut gestiegen:
In diesem Winter sind bereits mindestens dreizehn wohnungslose Männer erfroren

Bielefeld, 18.01.2010. Am 07. Januar hatten wir von zehn erfrorenen Wohnungslosen berichten müssen. Heute muss die Zahl der uns bekannt gewordenen erfrorenen Wohnungslosen erneut nach oben korrigiert werden: Nach aktueller Kenntnis der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. sind bislang mindestens dreizehn wohnungslose Männer erfroren.
Ich füge unsere Aktualisierung bei. Unsere wichtigsten Forderungen, ausführlicher formuliert in der Ausgangspressemitteilung vom 21.12.09 (angehängt), haben sich nicht verändert und sind in der Aktualisierung nochmals kurz zusammengefasst.

Die Kältetoten:

  • Am 04. 12. 09, Mann (55), auf dem Boxhagener Platz (Friedrichshain), der Mann verstirbt im Krankenhaus an Unterkühlung, Berlin
  • Am 15. / 16. 12. 09, Mann (62 J.), in einer Pfadfinder-Schutzhütte, Bendorf –Sayn (Rheinland-Pfalz)
  • Am 18. 12. 09, Mann (46 J.), in der Nähe einer Obdachlosenunterkunft, Lauchhammer (Brandenburg)
  • Am 19. 12. 09, Harrie G. (42 J.), hinter einem Gebüsch, Nettetal (NRW)
  • Am 19. 12. 09, Jürgen F. (46 J.), auf einer stillgelegten Gleisanlage, Mannheim (BaWü)
  • Am 20. 12. 09, Mann (58 J.), im Toilettenbereich des Bahnhofs, Altenburg, (Thüringen)
  • Am 20. / 21. 12. 09, Fritz A. (56 / 57 J.), unter dem Vordach eines Kindergartens, Ulm (BaWü)
  • Am 24. 12. 09, Hubert Plüsener (62), vor dem Bahnhof, Herzinfarkt und Lungenentzündung, fiel ins Koma und verstarb im Krankenhaus, Witzleben
  • Am 25. / 26. 12. 09, Mann (50 – 60 J.), im Eingang der ehemaligen Landwirtschaftshalle, Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz)
  • Am 29. 12. 09, zwei Männer in Berlin: Boxhagener Platz und auf einem Friedhof in Wilmersdorf, Berlin
  • Zwischen dem 04 und 08. 01. 10, Mann (50 J. ), an seiner Schlafstelle unter einer Brücke an der B 7, war bereits mehrere Tage tot, Wuppertal (NRW)
  • Zwischen dem 04. und 06. 01. 10 (gefunden am 16. 01. 10), Mann (48 J. ), an seiner Schlafstelle auf dem Balkon eines leer stehenden Hauses, Mannheim (BaWü)
  • Ca. 15. 01. 10, Mann, im Gebüsch einer Kleingartenanlage in Pankow, Berlin

Die BAG Wohnungslosenhilfe e.V. bekräftigt ihre Appelle und Forderungen an die Kommunen:

  • Keine menschenunwürdige Asyle, sondern Ermöglichung eines Mindestmaßes an Privatsphäre
  • Dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten für kleinere Gruppen von Wohnungslosen (auch mit Hunden)
  • Schutz und Sicherheit vor Diebstahl und Gewalt
  • Großzügige Öffnungszeiten der Unterkünfte (auch tagsüber und nachts)
  • Keine Befristung des Aufenthaltes auf wenige Tage pro Monat
  • Telefonische Notrufe bei denen gefährdete Menschen gemeldet werden können
  • Öffnung von U-Bahnstationen, Bahnhöfen und anderen geeigneten öffentlichen Gebäuden

Bitte, beachten Sie: Die Forderungen der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. finden Sie auch in unserer ausführlicheren Pressemitteilung vom 21. 12. 2009.

Die BAG Wohnungslosenhilfe ist die bundesweite Dachorganisation der Einrichtungen und der sozialen Dienste der Wohnungslosenhilfe sowie der verantwortlichen und zuständigen Sozialorganisationen im privaten und öffentlichen Bereich. Unsere Mitglieder vertreten insgesamt ca. 1.200 Dienste und Einrichtungen, dazu gehören ambulante Fachberatungsstellen, Angebote des Betreuten Wohnens, stationäre Einrichtungen mit Heimen und Wohnhäusern, Projekte für junge Erwachsene, spezifische Angebote für wohnungslose Frauen, medizinische Hilfen für Wohnungslose, Betriebe und Projekte zur beruflichen und beschäftigungsbezogenen Qualifizierung und Integration.


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